1986, meine erste Flugreise

KUBA - eine Fotorückschau anlässlich Fidel Castros 90er

So ziemlich ohne Vorbereitung - bloß mit einem Flugticket und dem Halbpensions-Arrangement des Reisebüros - startete ich 1986 die erste große Reise per Flugzeug. Ausgerechnet Kuba, damals eine sehr exotische Destination, nicht nur der Karibik wegen, sondern in erster Linie wegen des mit Kultstatus versehenen Revolutionärs Fidel Castro.

 

Die Anreise nach Kuba gestaltete sich damals umständlich: von Wien ging es nach Prag, dann weiter nach Neufundland, einen Direktflug von einem österreichischen oder nahe gelegenen deutschen Flughafen gab es noch nicht, und vom hohen Norden direkt nach La Habana/Kuba. Ich erinnere mich noch gut an den brutalen Temperaturwechsel und daran, dass das Gepäcksband nicht funktionierte, die Entladung unserer Koffer entsprechend manuell erledigt werden musste, daher viel Zeit in Anspruch nahm und ein Tourist aus dem Westen meinte, er beschwere sich deswegen. Diese kleinen Zwischenfälle sollte man gelassen nehmen, besonders in Kuba, damals 1986, schien die Welt des revolutionierten Landes noch in Ordnung: der große Bruder schickte Geld und alles Nötige, wenn es dort und da zwackte im kubanischen Gebälk. Die Stimmung war allerorts gelassen, karibisch, vermischt mit ein wenig Betonplattenbau-Charme. Aber Rum, Salsa, Son,...haben doch den Alltag sonnig geprägt.

 

Die größte Aufregung während meiner Kuba-Reise war wohl das Treffen mit Fidel Castro. Nichtsahnend bestiege ich den Bus von Varadero, wo auch seinerzeit schon Touristen untergebracht wurden (damals noch in den leerstehenden "Gringo-Villen"), Richtung La Habana um die temperamentvoll-bunte "Tropicana-Show" zu besuchen. Der Besuch des "Tropicana"-Nachtclubs mit den überirdisch hübschen Tänzerinnen ist obligat - so auch damals für Raul Alfonsín, seinerzeit Staats-Chef von Argentinien und zu Besuch auf der Zuckerinsel. Fidel Castro, stolz auf das Tropicana-Spektakel, führte Raul Alfonsín aus, mit entsprechender Entourage natürlich, und wir staunten nicht schlecht, als zu Beginn der Show die kubanische Nationalhymne angestimmt wurde.

Zuerst waren wir noch der irrigen Meinung, jedes staatliche Spektakel hat mit einer Hymne zu beginnen - aber nein, zu Ehren des Revolutionsführers und seines Gastes wurde gesungen. Von mir nur die Lippen beweget, ich war nicht gewappnet für derartig Staatstragendes.

In einer Tanzpause gab es für das Publikum die Möglichkeit, Fotos von Fidel zu schießen, analag natürlich - daher unten die eingescannte Version meines Kuba-Fidel-Abenteuers.

Aber neben Fidel traf ich noch mehr bezaubernde Menschen, z.B. Eddy und Maria, beide Volksschullehrer und glühende Fans der Gruppe "Kiss" - die LPs, die ich ihm geschickt habe, sind nie angekommen. Der Zöllner war wohl auch "Kiss"-Fan.

Mich interessiert, was aus Eddy, Maria etc. geworden ist - vielleicht steuere ich Kuba nochmals an?

Das El Dorado für Oldtimer-Liebhaber. Wer mit so einem Gefährt mitfahren durfte, so wie ich damals, der konnte so manche Panne miterleben. Die Folgen waren Verspätungen durch spontan notwendig gewordene Reparaturarbeiten. Das Improvisations-Talent der Kubaner ist bewundernswert!

Ach - diese Strände!

Nahezu unbevölkert.


 

 

 

 

 

 

 

Das Freiluft-Revue-Theater "TROPICANA" wurde bereits 1939 eröffnet.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    C. (Freitag, 27 Oktober 2017 15:05)

    Finde die Fotos als auch den Bericht faszinierend :)

    Unglaublich, dass Sie schon 1986 auf Kuba waren! Da werden Sie wohl eine der wenigen Österreicherinnen gewesen sein, die sich damals diese Reise zugetraut haben...

  • #2

    Silvia (Freitag, 27 Oktober 2017 15:33)

    Danke für Ihren Kommentar - die analogen Fotos von Fidel-Castro halte ich unter Verschluss - das sind echte Raritäten. Ja, die Anreise nach Kuba war kompliziert, teuer, langwierig - aber allemal die Strapazen wert...das Leben selbst auf Kuba erschien mir damals einfach, vom Nötigsten gab es immer genug, das Land voller Musik - und die Menschen haben nicht unglücklich gewirkt.
    Meine heutige Verbindung zu Kuba: der Pianist Roberto Fonseca. Unbedingt ein Konzert wert! Hier ein Lied aus dem Album "Yo" zum Reinhören:
    https://www.youtube.com/watch?v=V8nnfwaHjR4&list=PLN73UOlLk-CZKmFYl3BRo3sCHORMTd60d&index=11

  • #3

    C. (Montag, 05 Februar 2018 14:24)

    Ich habe Ihren Eintrag leider erst jetzt gesehen - danke für den Link, das Stück ist wunderbar!

    Liebe Grüße

  • #4

    Silvia Holzmüller (Montag, 05 Februar 2018 14:32)

    Roberto Fonseca spielt am 19.3.2018 im Wiener Konzerthaus. Eine absolute Empfehlung.
    Liebe Grüße

  • #5

    C. (Montag, 05 Februar 2018 20:18)

    Ich werde mich erkundigen, danke für den Tipp :)